Jeder Mensch hat seinen Sehnsuchtsort…

Die Künstlerinnen Ulrike Rüttinger und Kathrin Christoph haben diesen für sich schon lange als gefunden festgelegt. Es ist das Meer – mit seiner Magie der Stetigkeit und Weite. Und das schon von Kindheit an.

Aufgewachsen in der Oberlausitz war die Fahrt in den Norden – damals – gefühlt – eine kleine Weltreise, aber das schönste Erlebnis jedes Mal auf Erden. Heute – sie sind etwas älter geworden – die Welt liegt ihnen zu Füßen, Ulrike Rüttinger ist schon bis Santiago de Compostela gepilgert…der beiderseitige Sehnsuchtsort ist immer noch das Meer – die geliebte Ostsee. Speziell dieser Landstrich hier, wie beide betonen: „Es vergeht kein Jahr, ohne wenigsten eine Handvoll Sand durch die Finger rinnen zu lassen.“

 

Als stetige Teilnehmerinnen der Sommergalerie im Evangelischen Gemeindehaus in Prerow, ist es ein langersehnter  Wunsch von beiden gewesen, einmal in der Seemannskirche ausstellen zu können. Dieses Jahr hat sich der große, schöne Traum erfüllt. Ein weiterer Sehnsuchtsort also, an dem die Arbeiten nun bis September ein behütetes Zuhause bekommen. Umgeben von frischen Sommerblumensträußen und einer einladend offenen Tür, ist eine Auseinandersetzung an sich oder dem Wechselspiel von Kunst und Kirche in langjähriger Tradition in Prerow ab dem 9.Juni täglich möglich.

 

Ein hohes Maß an Freude ist ebenfalls, dass die beiden Künstlerinnen hier unter einem Dach, einer langjährigen Freundschaft Ausdruck verleihen können. Die verschiedenartigen Ausdrucksweisen in Textil und Malerei, haben so die Möglichkeit zu korrespondieren – mit sich, mit dem Umfeld, mit dem Betrachter… Kommunikation im kleinsten Rahmen, zwischen zwei Beteiligten, stehen für den Ursprung des friedlichen Miteinanders in der kleinsten Zelle. Es können Metaphern der Toleranz und Akzeptanz sein, die man in den Bildern findet. Dort fängt Frieden an. Eine Sehnsucht, mit Ort im Herzen,  die den beiden Frauen der klare Menschenverstand mit auf den Weg gegeben hat und die eine künstlerische Orientierung für sie darstellt und gleichzeitig der Weg ist, Botschaft und künstlerisches Anliegen weiter zu leiten.

 

 

K.C, Mai 2019